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max.dash / Wissen / Mitarbeiterleistung
ST.01 / LEITFADEN

Wer hat wie viel gepackt? Mitarbeiterleistung aus JTL - fair gemessen.

JTL-WaWi weiß, wer welchen Auftrag verpackt hat - aber wer wie viel in welcher Zeit gepickt hat, bleibt eine offene Baustelle. Warum das so ist, was die Community dagegen tut und wie du Pick- und Packleistung pro Mitarbeiter trotzdem fair und nachvollziehbar auswertest.

max.dash ist ein read-only Operations-Cockpit für JTL-Fulfillment-Dienstleister (3PL) im DACH-Raum. Wir lesen die JTL-WaWi (eazybusiness) rein lesend und liefern SLA-Reporting pro Mandant, Versandleistung pro Mitarbeiter, ein mandantengetrenntes Kundenportal und Abrechnungs-Mengen-Export - ohne Systemwechsel.

AUF EINEN BLICK
  • Kommissionierleistung ist die Zahl kommissionierter Positionen oder Pakete pro produktiver Arbeitsstunde (Picks pro Stunde).
  • JTL-WaWi hat für reine Pickleistung pro Mitarbeiter kein natives Widget - dokumentiert als offenes Issue WAWI-15319 (seit 2018) und WAWI-24011 (seit 2020).
  • Der gängige Community-Workaround: eigene SQL-Abfragen auf tPickliste, tPicklistePos, tPicklisteStatus, tPicklistePosStatus.
  • Erfahrungswerte: 60-100 Picks/h bei Einzelkommissionierung, 120-200 bei Batch/Multi-Order, 150-300 bei Pick-by-Light.

01 - Was Kommissionierleistung ist

Kommissionierleistung ist die Zahl kommissionierter Positionen oder Pakete pro produktiver Arbeitsstunde (Picks pro Stunde). Sie ist die zentrale Stellgröße im Lager, weil Personal in einem Fulfillment-Betrieb der größte variable Kostenblock ist. Wer die Kapazität planen, Mandanten fair kalkulieren und Engpässe früh erkennen will, muss wissen, wie viel eine Person in einer Schicht tatsächlich schafft - getrennt nach Picken und Packen, weil beides unterschiedliche Taktzeiten und unterschiedliche Stellschrauben hat.

Picken heißt: Ware anhand einer Pickliste im Lager finden und entnehmen. Packen heißt: die entnommene Ware versandfertig machen, etikettieren, die Sendung erzeugen. In der JTL-WaWi ist die Packleistung vergleichsweise gut sichtbar, weil das Verpacken direkt an der Versandstation passiert und dort Zeitstempel und Benutzer sauber protokolliert werden. Bei der Pickleistung sieht es anders aus - und genau das ist die Lücke, um die es in diesem Artikel geht.

02 - Die dokumentierte JTL-Lücke: WAWI-15319

Es ist keine Vermutung, sondern dokumentiert: JTL-WaWi bietet Standard-Widgets für verpackte Pakete pro Mitarbeiter, aber keine saubere native Auswertung, wer wie viel in welcher Zeit gepickt hat. Im öffentlichen JTL-Community-Tracker läuft dazu seit 2018 das Issue WAWI-15319 mit exakt dieser Forderung: eine Auswertung, wer wie viel in welcher Zeit gepickt beziehungsweise gepackt hat. Es ist bis heute offen.

Ergänzt wird es durch WAWI-24011 aus dem Jahr 2020, das dasselbe Bedürfnis aus einer anderen Ecke der Community erneut einreicht. Zwei unabhängige Issues über zwei Jahre hinweg mit derselben Kernforderung sind ein deutliches Signal: Der Wunsch nach Pickleistung pro Mitarbeiter ist kein Einzelfall, sondern ein branchenweit bekannter blinder Fleck der Software. Für Fulfillment-Dienstleister, die mehrere Mandanten und mehrere Kommissionierer gleichzeitig steuern, ist das kein Nischenproblem, sondern eine tägliche Lücke in der Steuerung.

Wichtig für die Einordnung: Das ist kein Bug, sondern eine fehlende Funktion. JTL-WaWi protokolliert die Pickvorgänge technisch durchaus - Zeitstempel und Benutzerzuordnung liegen in der Datenbank vor. Es fehlt die aufbereitete Auswertung darüber, nicht die Rohdaten.

03 - Der Community-Workaround per SQL

Weil die Rohdaten vorhanden sind, hat sich in der JTL-Community ein wiederkehrender Workaround etabliert: eigene SQL-Abfragen direkt gegen die WaWi-Datenbank. Die relevanten Tabellen dafür sind:

  • tPickliste - der Kopf einer Pickliste mit Zeitraum und zugeordnetem Bearbeiter
  • tPicklistePos - die einzelnen Positionen innerhalb einer Pickliste, also die eigentlichen Picks
  • tPicklisteStatus - der Status der Pickliste im Zeitverlauf, unter anderem für Start- und Endzeitpunkt
  • tPicklistePosStatus - der Status der einzelnen Position, relevant um tatsächlich abgeschlossene Picks von offenen zu trennen

Mit einem JOIN über diese vier Tabellen lässt sich pro Benutzer und Zeitraum zählen, wie viele Positionen abgeschlossen wurden und in welchem Zeitfenster das geschah. Das funktioniert - verlangt aber SQL-Kenntnisse, direkten Datenbankzugriff, laufende Pflege bei WaWi-Updates und ein eigenes Reporting-Layer obendrauf. Für einen einzelnen Report machbar, für ein laufendes Tagesgeschäft mit mehreren Mandanten und wechselnden WaWi-Versionen ein wiederkehrender Wartungsaufwand.

04 - Wie du es fair misst

Unabhängig davon, ob die Zahl per SQL oder per Tool entsteht, gilt für die Methode dieselbe Regel wie bei der Kommissionierleistung insgesamt: Menge geteilt durch tatsächlich gestempelte Arbeitszeit, nicht durch die Scan-Spanne zwischen erstem und letztem Pick. Die Scan-Spanne blendet Wartezeit, Rüstzeit, Pausen und das Aushelfen an anderen Stationen aus dem Nenner aus und überschätzt das Tempo dadurch systematisch.

  • Pakete beziehungsweise Positionen pro Stempelstunde statt Pakete pro Scan-Fenster - nur die erste Zahl ist gegen Personalplanung und Mandantenkalkulation belastbar.
  • Versteckte Nicht-Pack-Zeit nicht mitzählen als produktive Zeit, aber auch nicht stillschweigend aus dem Nenner herausrechnen - beides verzerrt die Zahl in eine Richtung.
  • Pro Mandant getrennt betrachten, wenn Sortiment oder Verpackungsvorgaben stark unterschiedlich sind. Ein Mitarbeiter, der überwiegend einen komplexen Mandanten bearbeitet, hat strukturell andere Taktzeiten als jemand mit Standardware.

Ebenso wichtig ist das Framing: Mitarbeiterleistung ist ein Kapazitäts- und Planungswerkzeug, kein Überwachungsinstrument. Sie beantwortet, wie viel Personal für ein Volumen nötig ist und ob die Kalkulation mit einem Mandanten noch stimmt. Sie eignet sich nicht für ein nacktes Ranking ohne Kontext - der Vergleich gegen den eigenen Durchschnittstag und gegen den Team-Schnitt ist aussagekräftiger als ein Wettbewerb zwischen Personen mit unterschiedlichen Aufgaben.

05 - Benchmark: Wie viele Picks pro Stunde sind normal

Als grobe Erfahrungswerte aus der Fulfillment-Praxis - ausdrücklich keine feste Norm, sondern eine Orientierung, die stark von Artikelgröße, Lagerlayout und Sortiment abhängt:

  • 60-100 Picks pro Stunde bei klassischer Einzelkommissionierung, bei der ein Mitarbeiter einen Auftrag nach dem anderen abarbeitet.
  • 120-200 Picks pro Stunde bei Batch- beziehungsweise Multi-Order-Picking, bei dem mehrere Aufträge in einem Lagerdurchgang zusammengefasst werden.
  • 150-300 Picks pro Stunde mit Pick-by-Light-Unterstützung, bei der die Wegezeit durch technische Führung reduziert wird.

Diese Spannen dienen der groben Einordnung, nicht als Zielvorgabe für einzelne Mitarbeiter. Ein Lager mit sperrigen Artikeln oder langen Laufwegen liegt strukturell niedriger, ein Lager mit kleinteiligem, dicht gelagertem Sortiment strukturell höher. Aussagekräftig wird die Zahl erst im Vergleich zum eigenen historischen Schnitt desselben Lagers und derselben Tätigkeit.

06 - Ohne eigene SQL-Abfrage: max.dash

Genau an der WAWI-15319-Lücke setzt max.dash an. Wir lesen deine JTL-WaWi read-only und machen Versand- und Pickleistung pro Mitarbeiter und pro Tag sichtbar, ohne dass du eine eigene SQL-Abfrage gegen tPickliste und die zugehörigen Statustabellen pflegen musst. Die Leistung wird stempelbasiert gerechnet, pro Mandant trennbar und im Zeitverlauf nachvollziehbar - als laufendes Cockpit statt als einmaligem Datenbank-Report, der beim nächsten WaWi-Update erneut geprüft werden muss.

Wie diese Kennzahl mit SLA-Reporting, Durchlaufzeit und Abrechnungs-Mengen-Export in einem Cockpit zusammenläuft, zeigen die Auswertungen. Die Methodik hinter der fairen Berechnung - inklusive der Scan-Spannen-Falle - ist im Leitfaden zur Kommissionierleistung auswerten im Detail beschrieben.

07 - Häufige Fragen

Kann JTL die Pickleistung pro Mitarbeiter auswerten?

Nicht nativ mit Bordmitteln. JTL-WaWi bietet Widgets für verpackte Pakete pro Mitarbeiter, aber keine saubere Auswertung, wer wie viel in welcher Zeit gepickt hat. Der Wunsch danach ist als Community-Issue WAWI-15319 seit 2018 offen, ergänzt durch WAWI-24011 seit 2020. Als Workaround greifen Community-Nutzer per eigener SQL-Abfrage direkt auf die Tabellen tPickliste, tPicklistePos, tPicklisteStatus und tPicklistePosStatus zu.

Was ist WAWI-15319?

WAWI-15319 ist ein offenes Issue im JTL-Community-Tracker mit der Forderung nach einer Auswertung, wer wie viel in welcher Zeit gepickt beziehungsweise gepackt hat. Es wurde 2018 eingereicht und ist bis heute nicht umgesetzt. WAWI-24011 greift dieselbe Lücke aus 2020 erneut auf. Beide belegen, dass die Mitarbeiterleistung im Picking ein seit Jahren bekannter blinder Fleck der JTL-WaWi ist.

Wie viele Picks pro Stunde sind normal?

Als grobe Erfahrungswerte aus der Fulfillment-Praxis, nicht als feste Norm: Bei klassischer Einzelkommissionierung liegen 60 bis 100 Picks pro Stunde im üblichen Bereich. Bei Batch- beziehungsweise Multi-Order-Picking sind 120 bis 200 Picks pro Stunde realistisch. Mit Pick-by-Light-Unterstützung sind 150 bis 300 Picks pro Stunde erreichbar. Die tatsächliche Zahl hängt stark von Artikelgröße, Lagerlayout und Sortiment ab und taugt nur als grobe Orientierung, nicht als Zielvorgabe für einzelne Mitarbeiter.

ST.02 / DEMO

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