Demo anfragen
max.dash / Wissen / Cutoff-Zeit
ST.01 / GRUNDLAGEN

Die Cutoff-Zeit entscheidet, ob heute noch rausgeht

Eine Bestellung, die zwei Minuten nach Cutoff freigegeben wird, hat denselben Soll-Versandtag verfehlt wie eine, die erst am Nachmittag eintrifft. Wer die Cutoff-Zeit nicht sauber definiert und misst, kann keine belastbare SLA-Quote ausweisen.

AUF EINEN BLICK
  • Die Cutoff-Zeit ist der tägliche Zeitpunkt, bis zu dem eine Bestellung eingehen muss, damit sie noch am selben Tag oder innerhalb der SLA-Frist versendet wird.
  • Der Cutoff legt den Soll-Versandtag fest - und damit, ob eine SLA-Quote überhaupt korrekt berechnet werden kann.
  • Typische Cutoffs liegen zwischen 12 und 15 Uhr, je nach Carrier-Abholzeit und Lagerprozess.
  • Jeder Mandant kann eine eigene Cutoff-Zeit haben - eine saubere Auswertung rechnet das pro Mandant, nicht pauschal.

max.dash ist ein read-only Operations-Cockpit für JTL-Fulfillment-Dienstleister (3PL) im DACH-Raum. Wir lesen die JTL-WaWi (eazybusiness) rein lesend und liefern SLA-Reporting pro Mandant, Versandleistung pro Mitarbeiter, ein mandantengetrenntes Kundenportal und Abrechnungs-Mengen-Export - ohne Systemwechsel.

Was eine Cutoff-Zeit ist

Die Cutoff-Zeit ist der tägliche Zeitpunkt, bis zu dem eine Bestellung eingehen muss, damit sie noch am selben Tag (oder innerhalb der SLA-Frist) bearbeitet und versendet wird. Alles, was vor diesem Zeitpunkt bestellt, bezahlt und zur Kommissionierung freigegeben ist, zählt für den aktuellen Versandtag. Alles danach rutscht auf den nächsten Werktag.

Der Cutoff ist damit keine Marketing-Aussage wie "schnell versandt", sondern ein fest definierter Schnitt in der Zeitachse. Er trennt zwei Bestellungen, die vielleicht nur wenige Minuten auseinanderliegen, in zwei unterschiedliche Soll-Versandtage. Genau diese Härte macht ihn zu einem der wichtigsten Stellhebel im Fulfillment - und zu einer der häufigsten Ursachen für Streit zwischen Mandant und Dienstleister, wenn er nicht schriftlich fixiert ist.

Warum der Cutoff die SLA-Uhr startet

Eine SLA-Quote braucht einen klaren Startpunkt für die Frist. In der Praxis ist dieser Startpunkt selten der reine Bestelleingang, sondern der Freigabezeitpunkt kombiniert mit der Cutoff-Logik des jeweiligen Tages. Eine Bestellung, die um 10:00 Uhr freigegeben wird und der Cutoff liegt bei 14:00 Uhr, hat als Soll-Versandtag den heutigen Tag. Eine Bestellung, die um 15:00 Uhr freigegeben wird, hat als Soll-Versandtag den nächsten Werktag - unabhängig davon, wie viele Stunden dazwischen liegen.

Ohne definierten Cutoff lässt sich also gar nicht sagen, ob eine Bestellung pünktlich war oder nicht. Die SLA-Frist selbst ("am selben Werktag versandfertig") ist ohne Cutoff bedeutungslos, weil unklar bleibt, was "am selben Werktag" für eine spät eingehende Bestellung überhaupt heißt. Der Cutoff ist damit kein Nebenschauplatz der SLA-Berechnung, sondern ihr Ausgangspunkt.

Ohne Cutoff-Zeit gibt es keinen Soll-Versandtag - und ohne Soll-Versandtag keine SLA-Quote, die sich nachrechnen lässt.

Typische Cutoff-Zeiten im Fulfillment

Die konkrete Uhrzeit hängt vom Lagerprozess und vor allem von der Abholzeit des Carriers ab. Verbreitete Werte in der 3PL-Praxis:

  • 12:00 Uhr - üblich bei Lagern mit früher Carrier-Abholung am Nachmittag und mehrstufiger Kommissionierung.
  • 14:00 Uhr - der häufigste Standardwert, wenn genug Zeit zwischen Freigabe und Abholung liegt.
  • 15:00 bis 16:00 Uhr - bei sehr schlanken Prozessen oder später Abholung, oft nur für bestimmte Mandanten oder Sortimente möglich.

Wichtig ist nicht der absolute Wert, sondern dass er schriftlich vereinbart, im System hinterlegt und konsequent angewendet wird. Ein Cutoff, der "meistens 14 Uhr, manchmal auch später" ist, taugt nicht als Grundlage für eine SLA-Messung.

Cutoff, Werktage und Feiertage im Zusammenspiel

Der Cutoff wirkt nie isoliert. Er ist eine von drei Stellschrauben, die gemeinsam den Soll-Versandtag ergeben:

  1. Cutoff-Zeit - die tägliche Grenze, ab der eine Bestellung dem nächsten Versandtag zugerechnet wird.
  2. Werktagskalender - welche Tage überhaupt als Versandtage zählen. Eine Freigabe am Freitag nach Cutoff hat als Soll-Versandtag in der Regel den Montag, nicht den Samstag.
  3. Feiertage - regionale Feiertage am Lagerstandort verschieben den Soll-Versandtag zusätzlich. Ein Lager in Bayern hat andere Feiertage als eines in Hamburg.

Erst die Kombination aus allen drei Faktoren ergibt den korrekten Soll-Versandtag. Eine Bestellung, die am Tag vor einem Feiertag nach Cutoff freigegeben wird, hat als Soll-Versandtag nicht den Feiertag und auch nicht zwangsläufig den nächsten Kalendertag, sondern den nächsten tatsächlichen Werktag im hinterlegten Kalender. Wer diese Verkettung nicht abbildet, produziert an jedem Feiertag künstliche SLA-Verletzungen, die keine echten Prozessfehler sind.

Warum jeder Mandant einen eigenen Cutoff hat

Ein 3PL-Dienstleister bedient in der Regel mehrere Mandanten mit unterschiedlichen Verträgen. Mandant A hat mit seinem Carrier eine späte Abholung vereinbart und kann bis 15:00 Uhr Cutoff anbieten. Mandant B nutzt einen anderen Carrier mit früherer Abholung und muss bei 12:00 Uhr schneiden. Mandant C hat vertraglich einen zweitägigen Cutoff-Puffer für Sperrgut. Ein einziger, pauschaler Cutoff für das gesamte Lager würde diese Unterschiede ignorieren und für mindestens einen Teil der Mandanten falsche Ergebnisse liefern.

Korrekt ist deshalb ein mandantenspezifischer Cutoff: Jede Bestellung wird gegen den Cutoff ihres eigenen Mandanten geprüft, nicht gegen einen betriebsweiten Durchschnittswert. Das gilt genauso für Werktage und Feiertage - ein Mandant, der samstags versendet, hat einen anderen Werktagskalender als einer, der das nicht tut. Diese Regeln müssen pro Mandant konfigurierbar sein, sonst bleibt die SLA-Auswertung für die meisten Mandanten ungenau.

Wie man Cutoff-Einhaltung misst

Um die Cutoff-Logik überhaupt auswerten zu können, braucht man drei Datenpunkte pro Bestellung: den Freigabezeitpunkt, den für diesen Tag und Mandanten gültigen Cutoff sowie den tatsächlichen Versandzeitpunkt. Daraus lässt sich der Soll-Versandtag berechnen und gegen den Ist-Versandtag vergleichen. Bestellungen vor Cutoff, die trotzdem erst am Folgetag versendet werden, sind echte SLA-Verletzungen. Bestellungen nach Cutoff, die noch am selben Tag rausgehen, sind keine Verletzung, sondern ein Prozessvorteil - sollten aber nicht stillschweigend in der Quote verschwinden, weil sie sonst ein falsches Bild der tatsächlichen Kapazität zeichnen.

In Excel oder direkt in der JTL-WaWi existiert diese Berechnung nicht als fertiger Wert. Die Rohdaten - Bestelldatum, Freigabestatus, Versanddatum - sind vorhanden, aber der Soll-Versandtag inklusive Cutoff-, Werktags- und Feiertagslogik pro Mandant muss aus ihnen abgeleitet werden. Das ist eine Datenmodellierungsaufgabe, keine Tabellenkalkulationsaufgabe, sobald mehr als eine Handvoll Mandanten mit unterschiedlichen Regeln im Spiel sind.

Genau das modelliert das SLA-Reporting von max.dash pro Mandant: Cutoff-Zeit, Werktagskalender und Feiertage werden konfiguriert und lesend gegen die JTL-Rohdaten gerechnet. So sieht jeder Mandant den Soll-Versandtag, der aus seinem eigenen Cutoff entsteht - und der Dienstleister eine SLA-Quote, die er auch im Streitfall nachrechnen kann. Mehr zur korrekten SLA-Definition insgesamt steht im Leitfaden SLA in der Logistik richtig messen, mehr zum Belegen der Versandgeschwindigkeit im Beitrag 24-Stunden-Versand nachweisen. Weitere Begriffe rund um SLA und Fulfillment stehen im Glossar.

Was bedeutet Cutoff-Zeit?
Die Cutoff-Zeit ist der tägliche Zeitpunkt, bis zu dem eine Bestellung eingehen muss, damit sie noch am selben Tag beziehungsweise innerhalb der vereinbarten SLA-Frist bearbeitet und versendet wird. Bestellungen nach dem Cutoff rutschen auf den nächsten Versandtag.
Wie wirkt sich der Cutoff auf die SLA aus?
Der Cutoff legt fest, welchem Versandtag eine Bestellung zugerechnet wird, und damit den Soll-Versandtag der SLA. Eine Bestellung vor dem Cutoff muss am selben Werktag raus, eine Bestellung nach dem Cutoff erst am nächsten Werktag. Ohne festen Cutoff lässt sich eine SLA-Quote nicht korrekt berechnen.
Kann jeder Mandant eine eigene Cutoff-Zeit haben?
Ja. In der 3PL-Praxis hat jeder Mandant meist einen eigenen Cutoff, abhängig von Vertrag, Carrier-Abholzeit und Lagerprozess. Eine saubere Auswertung modelliert den Cutoff pro Mandant statt einen einzigen Wert für den ganzen Lagerbetrieb anzunehmen.
ST.02 / DEMO

Cutoff pro Mandant sauber ausgewertet

Wir zeigen dir an deinen eigenen JTL-Daten, wie Cutoff, Werktage und Feiertage pro Mandant modelliert werden - und wie daraus eine SLA-Quote entsteht, die niemand anzweifelt.